Sprachlichen Sinn verstehen - von Wittgenstein zu Grice

Donnerstag, 8. Juli 2010 um 18:00 Uhr, Philosophisches Seminaar, Hegelsaal

Prof. Dr. Andreas Kemmerling, Philosophisches Seminar Heidelberg

Verstehen kann allerlei Verschiedenes sein, je nachdem, was verstanden werden soll. Unter den Objekten, die wir verstehen oder verstehen wollen, gibt es einige, die das Besondere an sich haben, überhaupt nur zu existieren, wenn sie verstanden werden (oder wurden). Sprache ist etwas von dieser Art. Was wir verstehen, wenn wir Sprache verstehen, ist sprachlicher Sinn (oder sprachliche Bedeutung). Was aber ist das, und wie kommt er zustande? Den sog. Gebrauchstheorien zufolge ist die besondere Art und Weise, wie wir gewisse phonetische bzw. graphische Äußerungen verwenden, um mit ihnen besondere Zwecke zu erreichen, konstitutiv für sprachlichen Sinn. Dieser Gedanke wurde durch Ludwig Wittgenstein seit den 1930er Jahren populär gemacht. Er selbst hat ihn allerdings, nach ersten mißlungenen Ansätzen, nicht zu einer Theorie ausgearbeitet. Für die Schwierigkeit, an der sein Ansatz meines Erachtens scheiterte, läßt sich mit Rückgriff auf Überlegungen von J.L. Austin und insbesondere von Paul Grice ein reizvoller Lösungsansatz gewinnen. – Darum wird es gehen.