Buddhismus: Ontologie oder Praxis?

Freitag, 16. Juli 2010 um 18:00 Uhr, Philosophisches Seminar, Hegelsaal

Abstract
Für den Buddhismus stellt sich die Frage, ob er in seiner Essenz eine Seinslehre darstellt und überhaupt philosophische Aussagen über die Realität entwickelt, oder aber eine Praxis ist, die zur Erfahrung von Glück führen soll — indem eben jene Aussagen über die Wirklichkeit überwunden werden. Von den frühen Lehren des Buddhismus ausgehend, werden sowohl Sichtweise als auch Praxis der Indo-Tibetischen Traditionen dargelegt und deren Herangehensweise an die Wirklichkeit untersucht. Schließlich wird dieser Vortrag die philosophische und lebenspraktische Relevanz des Buddhismus heute diskutieren und Einblick in dessen Praktiken ermöglichen.

Dr. Jim Rheingans
Lehrt und forscht zur Zeit an der Universität Bonn im Bereich Tibetstudien. Er studierte in Heidelberg und in Hamburg Tibetologie, Indologie und Ethnologie. Magisterarbeit 2004 an der Universität Hamburg zum Thema „Leben und Werk des ersten Karma Thinlepa“. Promotion 2008 als Stipendiat in Bristol zu „The Life and the Great Seal Interpretation of the Eighth Karmapa“. Seit 1995 Buddhist, vertiefte er Kenntnisse der buddhistischen Philosophie und gesprochenes Tibetisch durch mehrere halbjährige Aufenthalte in Indien und Nepal. Jim arbeitet seit 2001 ehrenamtlich als Dolmetscher für Tibetische Gelehrte und Meditationsmeister vor allem der Karma Kaygü Schule und hält gelegentlich Vorträge. Neben großer Begeisterung für das klassische und moderne Tibetisch, liegen seine Forschungsinteressen vor allem auf den Gebieten: Indo-Tibetischer Buddhismus und Meditationstechniken, Geschichte Tibets, sowie tibetische Literatur und Genres. Momentan arbeitet Jim an der Veröffentlichung zweier Monographien zur Literatur, Geschichte und Praxis der Kagyü-Meditationstradition im tibetischen Mittelalter.