think tank: Gefühle im Diskurse - zu einer Hermeneutik der Emotion

Emotionen waren lange Zeit ein Thema in der Philosophie, denn bis zum Ende des 18. Jahrhunderts verzichtete kaum ein Philosoph in seiner Ethik, seiner Metaphysik, seiner Psychologie oder seiner Epistemologie auf eine Lehre von Affekten und Passionen. So hatten die meisten klassischen Philosophen — wie beispielsweise Platon, Aristoteles, Spinoza, Descartes, Hobbes, Hume — Emotionstheorien. Doch nachdem Kant Emotionen der Vernunft gegenübersetzte wurden sie von der weiteren Philosophie weitgehend stark vernachlässigt. In den letzten Jahrzehnten hat die Philosophie Emotionen als Thema wiederentdeckt und nun sind Gefühle in der aktuellen philosophischen Diskussion ein viel diskutiertes, vielschichtiges Thema.

Im Rahmen dieses think tanks wollen wir anhand von aktuellen Texten die Hauptströmungen der Emotionsphilosophie herausarbeiten, verschiedene gegenwärtige Positionen diskutieren und gemeinsam weiterentwickeln. Dabei wenden wir uns auch verstärkt dem Liebesbegriff zu bzw. untersuchen eine Phänomenologie der Liebe, die tief im Menschen verwurzelt ist. Wir werden uns hauptsächlich auf Thesen zum Liebesbegriff nach Friedrich Nietzsche, Max Scheler und Paul Ricœur beziehen.

Wir treffen uns jeden letzten Freitag im Monat um 17h c.t. in R117, im Philosophischen Seminar.

Anita Crackau
Henrike Ott

kontakt: delta@uni-hd.de, Betreff: think tank - Emotionsphilosophie