Warum die Geschichte unser Denken bedroht

Mittwoch, 27. Januar 2010 um 19:00 Uhr, Hegelsaal, Philosophisches Seminar

Dr. Stephan Zimmermann,
Heidelberg

Als die Philosophie sich im nachkantischen Idealismus erstmals dem Thema der Geschichte und damit auch der eigenen Geschichtlichkeit zuwendete, tat sie das in dem Versuch, die Vernunft selbst als den treibenden Motor der Geschichte auszuweisen. Ein solches Theorieprojekt scheint heute nicht mehr zu überzeugen, und es gibt auch gute Gründe, die dagegen sprechen. Aber droht dann nicht das Gespenst eines historischen Relativismus? Können wir trotz des Bewusstseins um die geschichtliche Bedingtheit unseres Denkens Ansprüche auf Wahrheit und Erkenntnis erheben? Oder kommen diese vielleicht sogar dann erst in ihre eigentliche Möglichkeit?